Lehrer(aus)bildung - Lehren und Lernen in der digitalen Welt

Die aktuelle Beitragsparade der Bildungspunks beschäftigt sich mit dem Thema: Lehrerbildung – Kompetenzen einer Lehrkraft in der digitalen Welt. Im Rahmen meiner Lehrtätigkeit an der Uni und im Studienseminar ist dieser Aspekt der Lehrerausbildung lange Zeit vernachlässigt worden. In den letzten zwei Jahren hat im Bereich der Studienseminare das Themenfeld der digitalen Bildung jedoch mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Anfang Februar durfte ich in diesem Zusammenhang 40 angehende Lehrerinnen und Lehrer im Bereich GHR in drei Stunden zum Thema Medienbildung "influencen".

Der Start-Impuls "Wie bewegen Sie sich in der digitalen Welt" machte deutlich, welche Diskrepanz zwischen dem eigenen Medienverhalten und dem in Schule praktizierten Umgang mit digitalen Medien herrscht.

 

Neben mangelnder technischer Ausstattung und nicht vorhandener Infrastruktur sind es vor allem die (fehlenden) Kompetenzen der Lehrkräfte, die eine zeitgemäße Bildung erschweren. Im Modul wurde daher vor allem auf standardisierte (Gegen-)Argumente bezüglich digitaler Bildung eingegangen, Grundannahmen vorgestellt und erste praktische Gehversuche gewagt.

 

Der theoretische Teil wurde von mir ähnlich einer Keynote gestaltet. Die genutzten Slides sollten ausgehend von Grundannahmen zu der Einsicht führen, dass es nicht (mehr) um die Frage geht, die Digitalisierung "reinzulassen", sondern aufzuzeigen, dass sie längst angekommen ist und nicht mehr weg geht. Als Impuls diente dazu dieser Videoausschnitt, der anschließend auf einem Padlet kommentiert wurde.

Für die Umsetzung der Präsentation habe ich mich in diesem Fall gegen Prezi und (oldschool) für Powerpoint entschieden. Ziel war es - auch in Anbetracht des kurzen Zeitfensters - ohne viele Effekte klare Botschaften zu vermitteln.

Inhaltlich strukturierte ich den Vortrag in folgende Abschnitte:

  • Gesellschaft
  • Schule
  • Unterricht
  • Aufbruch (Praxisteil)
  • Kritik

Grundannahmen

Bevor man sich ernsthaft und vor allem inhaltlich mit digitaler Bildung und zeitgemäßem Unterricht auseinander setzen kann, bedarf es grundlegender Einsichten. Diese Grundannahmen sollten nicht länger diskutiert werden:

  • Die digitale Gesellschaft ist da und geht auch nicht mehr weg.
  • Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert werden.
  • WLAN bedeutet Zugang und Teilhabe.
  • Der Leitmedienwechsel ist in der Schule nicht angekommen.
  • In der Schule geht es nicht um entweder-oder (KEIN analog vs digital).
  • Für Lehrer und Lerner sind vor allem vier Kompetenzen zentral: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und Kritisches Denken.
  • Didaktik wird durch Menschen entwickelt und nicht durch Technik bestimmt. 
  • (Kein Mensch braucht Diskussionen über Betriebssysteme)

Präsentation

Praxis

Im praktischen Teil haben sich die angehenden Lehrkräfte mit ersten digitalen Anwendungen beschäftigt. Nach der Präsentation wurden mögliche Szenarien im Unterricht kritisch reflektiert. Zur Auswahl für die Selbsterkundung standen folgende digitale Methoden:

  • Avatare (PDF)
  • Erklärfilme (PDF)
  • Learning Apps (PDF)
  • Lernstände ermitteln (PDF)
  • Quiz (PDF)

Da geht was

Mein Fazit nach zwei Veranstaltungen fällt sehr positiv aus. Erste Schritt sind gegangen. Manche Barrieren (und Ängste) konnten genommen werden. Die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer gaben sich sehr aufgeschlossen und motiviert. Jetzt gilt es die Kollegien anzustecken und auf eine angemessene (zeitgemäße) Ausstattung, Aus- und Weiterbildung zu drängen. Hierfür stehen Schulleitungen, Schulträger und Politik gleichermaßen in der Pflicht.  

Am Ende werden Lehrkräfte und digitale Medien vielleicht doch noch beste Freunde...